Stellungnahme zum Urteil des Verwaltungsgerichts

Zum Urteil des Verwaltungsgerichts Braunschweig zu unserem Antrag auf vorläufigen Rechtsschutz von heute nimmt die Fraktionsvorsitzende Gisela Witte wie folgt Stellung:

"Wir nehmen die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Braunschweig, unseren Antrag auf Vertagung der Ratssitzung abzulehnen, zunächst zur Kenntnis. In der Begründung des Gerichts wird deutlich, dass es sich nicht mit der Frage beschäftigt hat, ob die Beratungszeit, die uns durch die Terminplanung des Oberbürgermeisters eingeräumt wird, angemessen ist oder nicht. Insofern ist die eigentlich strittige Frage weiterhin ungeklärt und es gibt dazu offensichtlich unterschiedliche Einschätzungen. Ob wir das Oberverwaltungsgericht in dieser Sache anrufen oder nicht, werden wir nach sorgfältiger Prüfung des Urteils und der Erfolgsaussichten entscheiden. Dafür bleibt jedoch bis Donnerstag aufgrund des Zeitdrucks in der Privatisierungsangelegenheit kein Raum.
Wir hoffen natürlich nach wie vor, dass die anderen Fraktionen unseren Beratungsbedarf anerkennen. Sollte es herrschende Auffassung der Gerichte und auch der Ratsmehrheit in Braunschweig sein, dass eine solch kurze und oberflächliche Prüfung der Vorlagen der Verwaltung als Grundlage für Beschlüsse des Rates in derartig wichtigen Angelegenheiten ausreicht, hielten wir es für besser, wenn der Rat mit solchen Dingen gar nicht erst befasst würde und die Entscheidungshoheit und -verantwortung, dann aber auch die Haftung für erzeugte Schäden, beim Oberbürgermeister und seiner Verwaltung unmittelbar angesiedelt würden.
Im übrigen ist uns bis heute nicht ein einziger nachvollziehbarer Grund genannt worden, warum die Entscheidung am 17. November gefällt werden muss und nicht wenigstens zwei bis vier Wochen verschoben werden kann. Eine solche Verzögerung um einen Monat bei einem Vertrag, der über 360 Monate laufen soll, dürfte wohl kaum von Bedeutung sein. Einen anderen Vorteil aus einer solchen Verschiebung als den der sorgfältigeren Vorbereitung des Beschlusses, können wir für unsere Fraktion nicht sehen. Wer uns von daher "taktische Spielchen" unterstellt, sollte sich fragen, was er mit der schnellen Durchpeitschung des Beschlusses eigentlich bezweckt."

Mit freundlichen Grüßen überreicht durch

Volker Schmidt
(Fraktionsgeschäftsführer)

Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
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